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Acht ultimative Tipps für entspannte Weihnachten

Aktualisiert: 26. Mai 2023

Warum ist es so schwer sich dem Weihnachtsstress zu entziehen und wie es trotzdem gelingt.

Neulich bekam ich einen Tipp von einem Beziehungscoach ins Postfach. Ja, ich auch. Ich möchte weiter lernen und gebe gute Ideen auch gerne (unter Nennung des Namens) weiter. In diesem Fall nenn ich den Namen aber nicht, denn ich finde seine Vorschläge gefährlich und ich würde davon abraten ihn zu befolgen.


Um was ging es? Also da stand: überleg dir, wie du in zwanzig Jahren auf dieses Weihnachtsfest zurückschauen möchtest, an was du dich erinnern möchtest. Das ist das was zählt. Zum Beispiel die leuchtenden Kinderaugen, das gute Essen. Den tollen Weihnachtsbaum. Und wenn etwas nicht so gut läuft dann schieb es beiseite. "Streite nicht über Nebensächlichkeiten", hieß es da.


Wie Weihnachten mit kleinen Kindern geht!


Wir wissen alle wie Weihnachten geht, oder? Mit Familie. Also so ein paar Eckpunkte sind ja wohl klar: Sauber muss es sein und aufgeräumt. Sonst können die Geschenke nicht glänzen. Sauber müssen auch die Kinder sein. Und gekämmt. Und schöne weihnachtliche Sachen müssen sie anhaben. Und gute Laune. Damit nachher ihre Kinderaugen strahlen können. Und die Fotos gut werden. Na dann: auf gehts. Das Essen sollte auch gut sein. Und fertig vorbereitet, damit man nachher nicht mehr so lang warten muss. Alle sollten sich gegenseitig helfen. Die Verantwortung sollte geteilt werden. Verbundenheit und Solidarität spürbar.


Leider ist damit der Stress vorprogrammiert, oder? Nein, jetzt mal ehrlich: Weihnachten mit kleinen Kindern ist Stress pur. Für viele. Warum?

  1. weil die Bilder so stark sind. Und

  2. weil es den meisten so schwer fällt, sich davon zu lösen.


Und was, wenn ihr als Eltern das Weihnachtsding nicht hinbekommt?

Das ist mit Scham verbunden. Die Angst, die Kinder könnten feststellen, dass es bei den anderen viel schöner war. Die Geschenke, die Stimmung, die Liebe. Und du als Mutter oder als Vater - ihr habt es einfach nicht hinbekommen, das Weihnachtsding. Dabei ist das doch Eltern-Basic. Grundkurs: Weihnachten ist immer toll. Alle freuen sich drauf. Weil wir uns doch so lieben. Oder liebt ihr nicht genug? Das steht also wirklich viel auf dem Spiel. Alle, die das nicht schaffen ... na ja: was ist, wenn die Kinder dann in der Kita erzählen, dass Weihnachten ganz doof war. Dass alle geheult haben. Das Mama die Tür geknallt hat. Dass Eva so laut geschrieen hat wie noch nie und gar nicht mehr aufgehört hat. Ja, was denken die dann? Du wirst vor Scham im Erdboden versinken und was stottern von: Kindermund und so. Es war wirklich sehr schön.


Und vielleicht hörst du hier schon so manches Schiefe raus:


  1. Du machst dir ein Bild von einem idealen Weihnachten, auf das du in zwanzig Jahren zurück blicken willst. Also - sieh zu, dass du das Bild erreichst.

  2. Problem: eventuell ist das Bild mit deinem Partner oder deiner Partnerin abgestimmt. Eventuell aber nicht in den Details? Eventuell hat er oder sie dasselbe Bild und will es genauso wie du umsetzen. Oft fängt es allerdings hier schon an zu haken: Du nimmst vielleicht an, sie/er hat dasselbe Bild. Hat sie/er aber vielleicht gar nicht.

  3. Und dann, die Kinder. Haben sie schon eine Vorstellung davon, wie es sein soll? Und habt ihr schon darüber gesprochen? Weißt du, was sie sich vorstellen? - Aber hallo, egal, was sie sich heute vorstellen, morgen kann es schon wieder anders sein. Kinder in so eine Schablone zu pressen (dein Bild) - ist extrem schwierig. - Mit manchen Kindern. Mit anderen nicht. - Das hat aber wenig mit dem Talent der Väter oder Mütter zu tun. Mehr mit der Persönlichkeit der Kinder. - Und die kannst du nicht einfach mal kurz vor Weihnachten verändern.


Also kurz, der Stress ist vorprogrammiert. - Vor allem wenn dein Kind gefühlsstark ist. Wenn es gerade in der sogenannten "Autonomiephase" ist, oder einen starken eigenen Willen hat und eigene Bilder, die es erleben möchte.


Über "Nebensächlichkeiten" mal großzügig hinwegsehen?


Und klar - deshalb sollte man Streit um Nebensächlichkeiten mal fix aus dem Weg räumen. Denn Streit, Unzufriedenheit und Meckern gehören definitiv nicht zu irgendjemandes Bild von Weihnachten. Also: nicht so kleinlich sein. Verzeihen. Was solls, wegen ein paar Tellern, so ein Theater? Spring über deinen Schatten, Hauptsache die Stimmung bleibt gut. Weglächeln, Wegatmen: Nebensächlichkeiten.


Ich finde diese Aufforderung allein ein Unding. Gelinde gesagt unterstellt sie doch, dass du ansonsten (ohne diesen Hinweis) - dass diese Dinge, die dich aufregen Nebensächlichkeiten sind. Das transportiert eine Geringschätzung von dem, wie du dich fühlst. Etwas, zu dem du vielleicht sowieso schon neigst. Dir passt etwas nicht - dann bist du streitlustig. Einfach nicht kompromissbereit, eigensinnig, oder so was.

Dabei bin ich überzeugt: du willst sowieso auch gerne ein harmonisches Familienleben. Wenn du also den Mund aufmachst und sagst: stopp, so nicht. Oder Dinge einforderst, dann weil sie eben für dich wichtig sind. Und ich werde nicht müde zu sagen: Du bist wichtig! Du darfst, du musst, du sollst für all das einstehen, was dir wichtig ist. - Auch wenn, zugegeben Weihnachten nicht der allerbeste Tag im Jahr dafür ist. Aber runterschlucken geht auch nicht.


Wie du die toxische Kette unterbrichst!


Also es gibt in meinen Augen nur ein Element in dieser insgesamt toxischen Kette, das du opfern kannst, ohne dass Blut fließt (sorry, ich übertreibe um zu verdeutlichen) und das ist das Bild!

Die Kette geht so: Dein Bild von Weihnachten - das Bild der anderen von Weihnachten, deren momentane Gestimmtheit - deine momentane Stimmung. Am Anfang steht das Bild, das diese ganze Lawine ins fatale Rollen bringt. Aber zu sagen: na dann verabschiede dich doch von dem Bild, ist natürlich genauso ein saublöder Tipp wie, "Schieb die Nebensächlichkeiten beiseite".


Konzentriere dich auf das Machbare!


Gehen wir mal einen Schritt zurück: die Aufforderung: kreiere Erinnerungen, von denen ihr alle ein Leben lang zehrt: Das ist durchaus machbar. Wenn ich jetzt mal aus meiner Erfahrung mit 26 Jahren Weihnachten mit Kindern schöpfen soll, dann kann ich euch Folgendes sagen: wenn ihr am Ende auf jedes Jahr zurück schaut, dann werden viele gelungene Weihnachtsfeste dabei sein. In Erinnerung bleiben aber die, an denen etwas schief gegangen ist und wir das Beste draus gemacht haben. Wenn es uns gelungen ist darüber zu lachen. Natürlich erinnern wir uns an einige besondere Geschenke. - Ansonsten sind unsere Erinnerungen merkwürdigerweise stark von den Fotos geprägt die wir (leider spärlich) gemacht haben. - Die "normalen" Weihnachten: mit strahlenden Kinderaugen, alle singen und sind fertig und schreien im wichtigsten Moment nicht, das Essen ist gut und schmeckt allen, an die können wir uns kaum noch erinnern. Die bilden sozusagen das Hintergrundrauschen. - Aber was bleibt sind die besonderen Feste mit den Dingen, die sich nicht planen lassen. - Und was bleibt ist die Stimmung. Und da werde ich auch nicht müde zu sagen: Stimmung lügt nicht. Und Kinder spüren die "echte" Stimmung. Also: wenn du zuviele "Nebensächlichkeiten" hast runter schlucken müssen, wenn du dich allein gelassen und im Stich gelassen fühlst, wenn du das Gefühl hast, versagt zu haben (bei dem Schaffen des Bildes) und dich deshalb mies fühlst (weil deine Kinder ein Leben lang ein schlechtes Weihnachtsbild mit sich rumtragen werden), dann werden sie das spüren. Sie werden dieses miese Gefühl auf sich beziehen und sich mies fühlen. (Das kann dazu führen, dass sie mit Dingen unzufrieden sind, die eigenlich ganz ok sind, sonst. So wie bei den Erwachsenen auch: wenn du genervt bist, dann kannst du vieles nicht ausstehen, was du sonst gar nicht bemerken würdest). Also schreib deine negativen Gefühle auf. Und versprich dir selbst, dich darum zu kümmern. Schenk ihnen Aufmerksamkeit - aber versuche sie nicht an einem Abend zu lösen. Sie brauchen viel mehr Aufmerksamkeit und das sollen sie bekommen. Nur wenn du das ernsthaft versprichst, werden sie dir an Weihnachten Ruhe gönnen.


8 Tipps für entspannte Weihnachten


Aber worauf will ich hinaus? Hab ich auch noch einen Tipp - oder lass ich dich jetzt hier mit der Hoffnungslosigkeit alleine? Nein auf keinen Fall: Ich habe sogar 8 Tipps, mit denen ihr gut über Weihnachten kommt, schöne Erinnerungen sammelt, nicht an eurem Magengeschwür arbeitet und auch euren Kindern nicht an Verlogenheit gewöhnt.

  1. Sorge dafür, dass es dir gut geht! - Überlege, was dir am Wichtigsten ist und wie du das umsetzen kannst. Sprich mit deiner Partnerin, deinem Partner darüber. Definiere so ein paar Eckpunkte. - Lass alles weg, was dir nicht wirklich sehr wichig ist, wie Uhrzeit, Dauer, Reihenfolge. Zum Beispiel: erst muss gegessen werden, dann gibt es Bescherung. Oder beim Essen müssen alle sitzen bleiben, bis alle fertig sind/mindestens eine halbe Stunde/bis der Teller leer ist/etc....

  2. Wenn dir Erinnerungen wichtig sind, dann leg den Fotoapparat, das Handy bereit und mache schnell Fotos von den guten Momenten. Dann lass locker.

  3. Kinder haben kein Zeitgefühl. Sie erinnern sich nicht an vorher oder nachher. Hauptsache es findet das statt, was stattzufinden hat (Geschenke. Spiele. Lachen. Gute Laune. Essen.)

  4. Negatives wird in der Regel schnell vergessen. (Das Foto, das beweist, dass es auch gut war, hat du im Kasten.)

  5. Wenn du keinen Streit wegen den gar nicht nebensächlichen "Nebensächlichkeiten" anfangen willst, dann kehre sie trotzdem nicht unter den Teppich. Sie sind wichtig und sie sind oft noch wichtiger als du denkst. Es steckt etwas dahinter, sonst würde es dich nicht aufregen. Überlege dir schon mal, wann du es ansprechen wirst. Und gib dir selbst das Versprechen es auch wirklich zu tun.

  6. Nimm dich ernst. - Wenn es dir ein Problem bereitet, dass ihr anders seid als andere. Wenn du denkst, andere urteilen über dich. Wenn dich der Gedanke, dass andere schlecht über dich reden könnten, verrückt macht, wenn dich der Gedanke, dass eines deiner Kinder oder dein Mann/deine Frau nicht vollständig zufrieden sein könnten und dass das an dir liegt, länger beschäftigt, dann könnte es an deiner "Mutterwunde" liegen: der fehlenden emotionalen Bindung an deine Mutter in deiner Kindheit. Eine Mutter, die vielleicht selbst keine ausreichende Bindung erlebt hat und deshalb keine weiter geben konnte. Dann ist es jetzt an der Zeit das aufzuarbeiten. Dass deine Kinder unzufrieden sind und das durch viel Schreien kundtun, könnte auch damit zu tun haben. Versprich dir dem auf den Grund zu gehen und es nicht mehr unter den Teppich zu kehren. Du bist das Herzstück deiner Familie. Nur wenn es dir ehrlich gut geht, kann es allen ehrlich gut geht und niemand muss so tun also ob, damit es den anderen gut geht!

  7. Wenn dir ein glückliches Ehe- und Familienleben am Herzen liegt und du gerade keinen Weg siehst dahin zu kommen, dann kann das bedeuten, dass du einen Blick von außen brauchst. Denn jeder (nicht nur du), jeder Mensch hat einen blinden Fleck. Und den sieht man nur mit Hilfe von außen. Das heißt in meinen Augen nicht, dass du eine "Therapie" brauchst, denn du bist nicht krank. Das heißt auch nicht, dass du dir was "wegmachen lassen" sollst (die Unzufriedenheit), das heißt nur, dass du einen Blick von außen brauchst, der dir hilft, deinen Blick mal auf andere Dinge zu lenken als auf das, worauf er gewöhnlich und gewohnheitsmäßig von selbst fällt.

  8. Gib dir das Versprechen, dich ernst zu nehmen und dir selbst zu helfen. Das wird dir gut tun. Und: es kommen noch viele Weihnachten. Über ein verkorkstes, werdet ihr in zwanzig Jahren lachen. Und mit dieser Einstellung entkommst du am ehesten dem Dilemma. Sag dir von vorn herein: das kann dieses Jahr nichts werden. Mal schauen, was wir draus machen.

So ihr Lieben: ich wünsche euch trotz allem und wegen allem, ein wunderbares eigenwilliges Weihnachtsfest, so wie nur ihr es feiern könnt. Voll Liebe - so wie ihr sie ausdrückt. Voll schöner Geschenke, voll Vergebung, voller Lachen und Freude aneinander. Es wird lange in Erinnerung bleiben. Da bin ich sicher.


Und falls ihr Lust habt: ein feiner Einstieg um die "Nebensächlichkeiten" mit deinem Partner/deiner Partnerin in guter Stimmung zu lösen ist der Vier-Wochen-Onlinekurs: "Gute Gespräche". Wir starten am 16. Januar in die nächste Runde. So dass ihr am Valentinstag wieder gemeinsam lachen und kichern könnte. Tiefe Gespräche und Verbundenheit erleben könnt. Und du weißt, du bist gut so wie du bist. Auch und gerade weil du eben du bist - und nicht wie alle anderen.

Und falls du das Gefühl hast - es fällt dir besonders schwer dich abzugrenzen, dich selbst zu lieben so wie du bist, deinen Körper anzunehmen, dann setz dich auf die Warteliste zur meinem 6 Wochen Onlinekurs - Selbstliebe ist der Anfang von Allem. - Ein Kurs der dein Denken und Fühlen vom Kopf auf die Füße stellen wird und alles in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen wird.


Ich freu mich auf dich.


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