Achtsamkeit, ja klar - aber wie geht das?

May 12, 2019

 Was heißt es eigentlich konkret achtsam zu sein? Genau und in diesem Moment? Was muss ich tun, um achtsam zu sein?

 

Häufig heißt es, achtsam zu sein, bedeute ganz im Hier-und-Jetzt zu sein. Mir leuchtet das, ehrlich gesagt nicht ein. Wenn ich an Situationen mit meinen Kindern denke: zum Beispiel einen verregneten Nachmittag zu Hause. Vielleicht sind sie krank und waren schon den ganzen Tag hier. Und vielleicht habe ich heute nicht die Energie, bei dem Regen alle anzuziehen und rauszugehen - obwohl ich weiß, dass es das Beste wäre. Kurz: uns fällt die Decke auf den Kopf. Und jetzt muss ich Abendessen machen, und es gibt Streit und von allen Ecken wird nach Mama gerufen.  -  Ja, ich kenne solche Situationen zu gut, wo ich dann einfach mal ausgerastet bin, wo gar nichts mehr ging. Ich komme mir vor, wie ein kleiner Punkt in dem Bild da oben. Wohin ich auch sehe, es gibt keinen Ausweg. Mal kann ich etwas weiter gehen, mal weniger. Immer stößt mein Blick auf dunkelbraune Mauern. Gefangen bin ich - in Ewigkeit. Ich fühle mich gefangen in diesem Strudel aus  Lärm, in dem Nicht-mehr-wissen-was-das-soll und Keine-Lust-und-keine- Energie-mehr-haben.

 

Und da will ich doch raus. Da muss ich doch raus. Deswegen heißt für mich Achtsam-sein, einen Schritt zurück zu treten, meine Situation für einen Moment von außen zu betrachten.

 

Dann kommt das zweite Bild und ich erkenne plötzlich ein Muster - da da sind ja verschiedene Linien, die sich wiederholen und zusammen eine bestimmte Form bilden. Genauso steht mein Tag heute in einer Reihe von anderen Tagen, die zusammen ein Muster ausmachen: die Kindheit meiner Kinder. Es gibt hellere und dunklere Tage. Strukturiertere und weniger strukturierte. Es gibt Unterschiede, obwohl sich alles wiederholt.

 

Und wenn ich dann noch einen weiteren Schritt zurück trete, dann sehe ich, dass ich Teil eines noch viel größeren Musters bin. Wie viele Mütter oder Väter sind zur gleichen Zeit in einer fast identischen Situation. Alle, die wir in dieser Zeit Kinder haben, wir bilden ein Muster. Wir formen unsere Zeit und auch unsere Zukunft. Wir weben mit an unserer Zukunft. Das ist nämlich der Grund warum wir nicht mehr schlagen, prügeln und drohen wollen. Wir wollen eine Zukunft mit selbstbewussten, starken und freien Menschen. Deshalb diskutieren wir endlos. Deshalb werden Grenzen immer wieder neu ausgehandelt. Deshalb ist das Ganze so anstrengend. Aber es gibt ein höheres Ziel. Dafür haben wir uns entschieden. Das ist unsere Freiheit. Auch wenn wir dafür schon mal leiden. Plötzlich ist es gar kein Eingesperrtsein mehr. Keine Gefangenschaft. Sondern eine freiwillige Arbeit für ein Ziel, für das wir einstehen. Und wir sind nicht alleine. Wir kämpfen gemeinsam. - Jetzt wird das ganze Muster sichtbar.

 

Die Verbindung spüren und auch sehen. Das gibt Kraft weiter zu machen. Es geht nicht um uns. Schritt für Schritt, Mensch für Mensch, Kind für Kind, wenden wir uns ab von Machtausübung und Terror. Hier im Kleinen, in unserem Wohnzimmer, in unserem Kinderzimmer, da fängt es an.

 

Egal wor ihr seid, in ganz anderen Städten, weilleicht in ganz anderen Ländern. Wir leben in einer kreativen und wachsenden Zeit und das ist wieder ein neues Muster, vielleicht das Muster, in dem ich sehe wie Ulrike Monschein in ihrer Werkstatt in Wien dieses Muster herstellt. Druckt, Ideen empfängt uand auf Stoffen festhält, die dann durch die Welt reisen und Menschen inspirieren.

 

Was ihr auf dem Bild seht, ist nämlich ein Ausschnitt eines selbstentworfenen Stoffmusters von Ulrike Monschein, die in ihrem Atelier in Wien wunderschöne mit Handmodel bedruckte Stoffe herstellt. Alle Designs sind von der Vielfalt der Blumen und Pflanzen inspiriert und handgezeichnet. Diese Zeichnungen werden auf Druckplatten übertragen, geschnitten und mit selbst gemischten Druckfarben auf altem französischem Leinen, Baumwolle oder Seide gedruckt. Sie ist eine instinktive Künstlerin, mit einem ganz starken Gefühl für Farbe und Form. Hinter ihren Kreationen steckt immer eine Träumerei oder eine Geschichte. Die unvermeidlichen Unvollkommenheiten sind dabei ein erzählerisches Element. Das ist das besondere an ihren handgefertigten Produkten. Da hat jedes Stück eine individuelle Note.Tja - so wie jede Familie, jedes Kind, jede Geschichte Teil eines Musters ist und doch ganz individuell.

 

Ihr könnte die Stoffe von Ulrike Monschein bei ihr bestellen. Näht euch ein Kissen daraus. Oder eine Tischdecke oder ein Stofftier. Und lasst euch immer wieder daran erinnern, wenn ihr glaubt im Alltag zu versinken. Achtsamkeit ist Erkennen des Musters. Einssein mit dem Großen, an dem wir weben. Jede/r zählt. Jederzeit. Und wenn du mal scheiterst an deinen Ansprüchen? Sei ein Vorbild darin, dir zu verzeihen, großzügig und gütig zu dir selbst zu sein. Auch das kann zum Teil des Musters werden. Es sind vielleicht die Punkte? Es wunderschön, wenn in einer Familie ein Klima herrscht, in dem auch Fehler erlaubt sind.

 

 

 

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